Why do you want to work here?

Symposium zur Arbeit in Kunstbetrieb und Kreativwirtschaft

Im Rahmen des Festivals der jungen Talente fragen wir nach den konkreten Produktionsbedingungen im künstlerischen Feld. Uns interessiert, warum Verweigerung zu einer Erfolgsstrategie im Kunstbetrieb geworden ist, und warum Dissidenz sich gut verkauft. Es geht darum, herauszufinden, wie künstlerische Arbeit heute und in Zukunft aussieht.

Am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, ermöglichen wir eine offene Gesprächsrunde, bei der man jederzeit hinzukommen kann. Durch kurze Keynote-Vorträge der eingeladenen Diskutanten fördern wir eine interdisziplinäre Diskussion, in der Soziolog_innen, Philosoph_innen und vor allem Akteur_innen des Kunstbetriebs miteinander und mit den Besucherinnen und Besuchern des Festivals ins Gespräch kommen. Uns geht es nicht nur um das Versprechen von Partizipation. Der Großteil der Besucher_innen des Symposiums und der Beteiligten am Festival der jungen Talente ist selbst im Kunstbetrieb tätig, meist als prekär Beschäftigte.

 

Programm

 

1.Mai. 2016

14.00
Eröffnungsvortrag
Bojana Kunst

Wovon wollen wir leben? Wer einen geisteswissenschaftlichen oder künstlerischen Studienabschluss hat, ist sich wahrscheinlich im Klaren darüber, dass Arbeit nicht nur ein Broterwerb ist. Persönliche Erfüllung, Kreativität, Raum für Kritik: Das sind die Anforderungen, die wir wie selbstverständlich an unsere Jobs stellen. Aber wiegt das die oft schlechten Arbeitsbedingungen und die niedrigen Löhne auf? Wovon bezahlen Kuratoren, Künstler und Kritiker ihre Miete im Zentrum von Frankfurt, Berlin oder Zürich?

 

14.30
Frankfurter Kunstszene

Norbert Pape (ID_Frankfurt)
Jan Deck (laPROF, Frankfurt)
Felix Ruhöfer (Basis Frankfurt)
Juliane Duft (MAK Frankfurt)
Corinna Bimboese (Atelier Frankfurt)

In diesem Panel interessieren uns die ersten Schritte auf dem Weg zur einer etablierten Position im Kunstbetrieb. Die Frankfurter Institutionen sind die erste Etappe in der Arbeitswelt für Künstler_innen und andere Kreativarbeitende. Inwiefern ist Frankfurt ein besonderer Ort in dieser Hinsicht? Welche Rolle spielen Galerien und Institutionen bei der Integration in die Strukturen der Kunstwelt?

 

16.00
Bedingungsloses Grundeinkommen
Philip Kovce (Berlin)    

Wir wollen in dem Symposium auch eine gesellschaftspolitische Perspektive eröffnen. Uns geht es darum zu fragen, wie sich kreative Arbeit verändert. Uns interessiert, wie kreative Arbeit ein Modell für die Arbeitswelt der Zukunft darstellt. In diesem Kontext ist das bedingungslose Grundeinkommen ein interessantes Modell. Denn damit ergeben sich Fragen wie: Lässt sich mit einem Grundeinkommen der Zwang zur kreativen, projektbasierten Arbeit lösen? Oder ermöglicht das Grundeinkommen gerade kreatives Arbeiten für alle?

Philipp Kovce ist Autor des Buchs “Was fehlt, wenn alles da ist? Warum das bedingungslose Grundeinkommen die richtigen Fragen stellt”, erschienen im vergangenen Jahr.

 

17.30-18.00
Pause

 

18.00
Architektonische Visionen für die Arbeit der Zukunft

Anna Scheuermann (Kuratorin Deutscher Pavillon Venedig Biennale)
Miriam Kuhlmann + Gevorg Yeghikyan (Städelschule)

In diesem Panel interessieren uns vor allem zwei Aspekte. Zum einen die unmittelbaren Herausforderungen denen sich Architekten und Designer gegenüber sehen, beispielsweise durch die verstärkte Immigration. Neuer, zugänglicher Wohnraum, neue Infrastrukturen und erschwingliche Designlösungen werden gebraucht. Zum anderen geht es um eine urbanistische Perspektive. Die Strukturen von Arbeit verändern sich, und mit der Durchmischung von (kreativer) Arbeit und Privatleben sind neue Konzepte nicht nur für die Organisation der Städte gefordert. Wie können angewandte Kunst und Architektur die neuen Herausforderungen angehen? Welchen Beitrag leisten Kreative zur Lösung drängender Probleme?

 

19.00
“Willst du mit mir arbeiten?” – Zukunft und Utopien der Arbeit im künstlerischen Bereich
Mit den teilnehmenden Künstler_innen des Festivals

Das erklärte Ziel des Festivals der jungen Talente ist es, die Zusammenarbeit der Studierenden verschiedener gestalterischer Fachrichtungen der regionalen Hochschulen zu fördern und die Entstehung neuer experimenteller Arbeiten zu unterstützen. Was aber verbindet uns, die „jungen Talente“? Wir – wer soll das sein? Wollen wir überhaupt (zusammen) arbeiten? Und wenn nicht, was dann? Mit wem nehmen wir den Arbeitskampf auf? Welche Zeiten kommen nach der Aufhebung von (gemeinsamer) Arbeits- und Freizeit? Wie organisieren wir uns? Wie können wir Verantwortung übernehmen für die eigenen Wertvorstellungen und Arbeitsbedingungen?

Alle diese Fragen stellen wir am Ende des 8. Festivals der jungen Talente an unsere Kolleg_innen und entwickeln ein Forum, das als Inspirationsquelle für zukünftige Kooperationen und künstlerische Arbeiten im kulturellen, akademischen und virtuellen Raum dient.

 

Eintritt frei.

Website des Festivals der jungen Talente
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